Sven Sinclair

Musik nur Musik und doch Musik


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Bibibashing

Ein bisschen tut mir Bibi im Moment ja schon Leid. Bei aller berechtigten Kritik, auf die ich später auch eingehen werde, weil sie dazu gehört, ist dieses Bibi bashing momentan doch too much und gefühlt ist es auch nur ein mit drauf bashen weil alle mit drauf bashen.

Wenn ich mir ihr neues Musikvideo anschaue „Bibi H – How it is ( wap bap … )„ sehe ich in erster Linie ein junges Mädchen, sie ist soweit ich weiß Mitte 20 – aber im Video kommt sie wesentlich jünger rüber und ich glaube, dass das durchaus auch ein Zeichen unserer Zeit ist, dass wir lange (sehr lange) jung und jugendlich bleiben dürfen (vom Kopf her). Ich glaube mit ihren Mitte 20 steht sie am Anfang vom ihrem erwachsen werden.

Viel von der meiner Meinung nach berechtigten Kritik, dreht sich ja aber auch genau darum. Das die Erwartungshaltung da ist, dass ein Mensch mit Mitte 20, sich seiner Rolle und Verantwortung bewusst ist. Da ist glaube ich ein großer Punkt, weil Sie das sicherlich in teilen, aber nicht in ihrer Gänze ist. Damit ist sie auch gar nicht mal allein, bei ungefähr der Hälfte der großen Streamer und YouTuber beobachte ich das. Es gibt extrem tolle Ausnahmen. Peter von PietSmiet nenne ich da ohne Scheu, der vor und hinter der Kamera ein toller Mensch ist und auch merklich die Verantwortung annimmt die er hat. Gronkh macht das inzwischen auch, hier schreibe ich bewusst inzwischen, weil er es mMn eine Ganze Weile nicht tat – nicht aus böser Absicht sondern ich habe für mich gemerkt, dass er da erst rein wachsen musste. Sarazar war da früher schon sehr viel weiter und ich finde es unglaublich toll und wichtig das er Themen wie Mobbing anspricht und sich auch immer klar gegen solche Dinge positioniert.

„Ja aber warum kann Bibi das denn nicht?“ weil das sicherlich noch kein Thema für sie ist in ihrem Leben. Für mich waren viele der Themen die man bei Bibi kritisieren muss auch lange nicht so zugänglich wie sie es heute sind. Diese Themen sind durchaus sehr schwierig und komplex und ich kann mir auch gut vorstellen, dass Bibi da vor Läuter Bäumen den Wald nicht sieht oder anders ausgedrückt. Sich dieser Probleme gar nicht selber bewusst ist. Damit meine ich Themen wie Sexualisierung und vor allem Objektivierung junger Mädchen in unserer Gesellschaft.

Aus diesem Blickwinkel heraus, ist das Lied von ihr katastrophal und da sind wir an dem selben Punkt, wo wir mit Mattel und der Barbie standen oder eigentlich immer noch stehen. Als Mädchen musst du den Jungs gefallen (nicht Fett sein) um dich gut fühlen zu dürfen und so lange da ein Junge an deiner Seite ist, geht es dir gut.

Viele Jungs und Männer können bei diesem Punkt vermutlich nicht gut folgen, weil sei das schlichtweg nicht so erleben und daher nicht so wahrnehmen. War bei mir auch so!

Aber hier ist der Punkt, Bibi hat eine sehr große Reichweite und erreicht damit überwiegend Junge Mädchen die Jemanden suchen zu dem sie aufschauen können und wenn dieser Mensch so ein Bild vorlebt, ist das nicht sonderlich toll.

Aber kommen wir wieder zurück zum Anfang, Bibibashing. Letztendlich ist Bibi ein junges Mädchen das eben scheinbar nicht so weit denkt und diese Gesellschaftlich aufgedrückte bzw. anerzogene Rolle voll ausfüllt, vorlebt und weiterreicht.

Ist das jetzt Bibis Schuld? Oder ist sie vielleicht einfach nur eine Reflektion dessen, wie ignorant, oberflächlich und scheiße unsere Gesellschaft überwiegend ist?

Ja Kritik ist angebracht und notwendig. Ein Bibibashing im großen Stil, nur weil sie Erfolg hat, ist es aber nicht. Die Verantwortung liegt bei den Eltern der Kinder die zuschauen, aufzuzeigen, dass da Alternativen sind und auch diese Alternativen anzubieten. Ganz viele junge Mädels die Streamen, die Skaten, die Musik auflegen leben Alternativen vor, jenseits von Barbie.

Just my 2 cents.


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Neujahrsnacht 2017

Politisch war 2016 ein für mich trauriges Jahr (Trump, Brexit, Rechtsruck in ganz Europa) und ein Terroranschlag in Istanbul in einem Club, lässt bei mir Heute auch keine rechte Feierfreude aufkommen. Angst vor Anschlägen habe ich dabei nicht, im Gegenteil. Was die Wichser vom IS abziehen ist mehr ein Armutszeugnis und zeigt auch sehr, wie verzweifelt der IS inzwischen wirklich ist.

Was bei Terror natürlich immer wurmt ist die Willkür und natürlich hat man dann direkt und bequem auch einen Schuldigen. Nüchtern und kalt betrachtet, sterben bei einem Flugzeugabsturz in der Regel sehr viel mehr Menschen und 35 Tote / 40 Verletzte auf eine Stadt die (laut Wikipedia) 14,03 Millionen Einwohner hat, sind verschwindend gering. Damit möchte ich nicht die Opfer oder deren Angehörige trivialisieren. Hinter jedem Toten steht ein Schicksal und viele Angehörige die nun trauern. Nüchtern betrachtet ist es aber ein Mückenstich für unsere Gesellschaft als Ganzes, der nur groß wird weil wir Ihn aufwerten mit Angst, Unsicherheit, Wut, Hass und vielen weiteren negativen Gefühlen, die es nicht wert sind gelebt zu werden. Aber genau damit wertet man diese Attentate auf und gibt den Tätern Macht. Jeden Tag, den ich mich in mein Auto setze und los fahre, ist die Gefahr viel größer bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Hier bin ich einfach nur realistisch.

Trotzdem gedenke ich diesen Opfern, weil sie bei etwas getötet und verletzt wurden, was ich selber lebe – das Feiern. Aber sie erinnern mich auch, wie wichtig es ist zu feiern, sein Leben zu genießen in vollen Zügen, denn es kann sehr schnell und abrupt enden.

Was also nehme ich aus einem Terroranschlag, direkt zum beginn des Jahres mit. Gebt acht aufeinander und helft euch. Wertschätzt jedes Leben und wachst als Gesellschaft enger zusammen, ohne euch dabei Fremdem zu verschließen und ich weiß, dass das schwer ist.

Terroristen schaffen es nicht eine Gesellschaft zu zerstören, da können die Attentate machen noch und nöcher, so viel Manpower haben die gar nicht. Rechtsextreme Strukturen hingegen sehr wohl und das betrifft bzw. schadet dann uns allen.

Wir leben in einer sehr tollen und offenen Gesellschaft die sehr liberal mit verschiedensten Menschen umgeht. Sie ist nicht perfekt, bei weitem nicht, sie hat viele Baustellen und es muss noch sehr viel passieren, aber sie arbeitet an sich und das merkt man auch. Wenn man 50 Jahre zurückdenkt, dann hat sich sehr viel getan und in 50 weiteren Jahren wird da bestimmt noch mal so viel passiert sein. Fortschritt ist wichtig und wie scheiße es ist, wenn diesem entgegen gewirkt wird, zeigt das dunkle Mittelalter.

2016 hat gezeigt, dass wir uns diese liberale Gesellschaft nicht aus den Händen fingern lassen dürfen und 2017 wird da nicht anders werden, im Gegenteil.


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Ein paar Gedanken zu 2016

Dieses Jahr ist noch 8 Tage lang, aber ich denke es ist Zeit für ein Resümee. Ein schwieriges Jahr, ohne Frage, aber schwieriger als die Jahre zuvor? Es sind unglaublich viele berühmte Menschen gestorben dieses Jahr, aber ist das nicht viel mehr ein Zeichen unserer Zeit? Dass diese Menschen so viele Menschen mit dem was sie machten erreichen konnten durch das Internet und co.?

Was mir aber wirklich Sorgen macht ist der Rechtsruck, die Falschheit der Hetzer und die Ignoranz sowie die Oberflächlichkeit der breiten Masse.

Wenn ich höre, dass es darum ginge christliche Werte zu verteidigen, muss ich leider dezent kotzen. Themen wie gleichgeschlechtliche Ehe, Gleichberechtigung der Frauen, Meinungsfreiheit und und und sind alles andere als Christliche Ideen! Das sind liberale Ideen, Werte die durch unsere Demokratie entstanden sind und noch immer verbessert werden müssen, was aber auch passiert – Stück für Stück.

Aber genau an diesen liberalen und demokratischen Werten nagen Rechtsextreme in ganz Europa. Bei uns ist es maßgeblich die AFD und wer sich echauffiert darüber, dass ich die AFD als rechtsextrem bezeichne. Diese Bezeichnung rührt daher, dass die AFD Rechtsextremisten bzw. Menschen welche solche Meinungen öffentlich vertreten nicht nur in ihrer Partei duldet, sondern auch auf Stimmenfang damit geht. Das macht sie für mich zu einer Rechtsextremen Partei.

Wir hatten nun vor kurzem einen Anschlag in Berlin, den sich der IS auf die Fahnen schreibt, wobei diese Wichser sich alles an Anschlägen auf die Fahnen schreibt was nicht bei drei auf den Bäumen sitzt. Macht mir das angst? Nein, weil Terror wie Chaos ist unkontrollierbar, genau wie Naturkatastrophen. Sowas passiert und wenn es nicht wegen dem IS ist, dann weil Jemanden die Lebenspartnerin verlassen hat. Gründe gibt es viele. Solche Anschläge zeigen aber auch eines ganz deutlich. Danach ist erst mal Ruhe siehe 11ter September, siehe Nizza.

Den Hetzern von der AFD, die nun versuchen das Ganze zu instrumentalisierten, muss man aber auch eines ganz klar sagen. Der Attentäter von München am 22. Juli diesen Jahres, war blühender AFD Verehrer, der die Ideen der AFD lautstark vor Anderen verteidigt hat und mit der Waffe in der Hand sich für diese Ideen am Ende einsetzte.

Der Amokläufer von Berlin war kein Flüchtling, sondern ein illegaler Immigrant. Solche Menschen kommen so oder so über die Grenzen, machen ihre Scheiße und so sie dann noch leben versuchen sie zu flüchten.

Ja, Integration ist trotzdem ein schweres Thema und ja, gerade bei Menschen mit Muslimischen Glauben die aus Gesellschaften kommen die eben nicht so liberal sind wie wir, ist da sehr viel Arbeit. Aber genau das ist Integrationsarbeit und wir müssen schauen, dass diese Menschen Teil unserer Gesellschaft werden und nicht am Ende in Gethos leben (wir haben das schon mal versaut!), so dass unsere Gesellschaft und unsere Werte ihnen fremd blieben. Ich hoffe inständig, dass viele junge Frauen die hier her gekommen sind merken, dass sie hier ein freies und selbstbestimmtes leben führen können und kein Kopftuch tragen müssen wenn sie das nicht wollen. Aber eben auch hier leben können mit Kopftuch, wenn sie das wünschen ohne dafür angefeindet zu werden. Das Kopftuch kann natürlich auch mit vielen anderen Themen ausgetauscht werden.

Vielleicht brauchen wir dafür auch strengere Gesetze, die unsere liberalen Werte besser schützen. Aber eines weiß ich mit Sicherheit. Die AFD ist genauso schädlich für unsere liberale Lebensweise, wie es die Extremisten vom IS sind und da gilt es wachsam zu bleiben.

„Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.“
– Thomas Jefferson, 1801 – 1809 Präsident der USA


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The melancholy of techno

„This is the kind of melancholy most likely only techno have got. When your inner world breaks apart but the outer world keeps you moving to the beat.“
– Sven Sinclair

Eigentlich habe ich mir garnicht so viel dabei gedacht, als ich diese paar Zeilen vor einigen Monaten unter einen Track schrieb. Es waren die Gedanken des Moments. Nach einer langen und zerfeierten Nacht, nach einer wundervollen AJO Party mit Kavaro und Codex Empire, empfinde ich den Track immer noch genauso mit genau diesen Worten.

Ein guter Grund ihn in meinem Blog auch festzuhalten, wenn er schon 241 mal geliked wurde. (o:


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Warum weibliche Avatare in Computerspielen eben doch wichtig sind

Eigentlich dachte ich nicht, dass man dieses Thema groß erklären müsste – aber ist ja nicht das erste mal, dass ich mich irre (Notiz an mich selbst: Nicht zur Gewohnheit werden lassen!).

Seit ich ein kleiner junge war habe ich Computer gespielt. Meine Helden aus diesen Spielen hießen beispielsweise Mario, Link oder waren namenlos wie dieser Kerl aus Doom. In den aller meisten Fällen waren es jedoch Männliche Charaktere. Für mich als Junge war das nie ein Problem und darum habe ich dem wohl auch nie eine wirkliche Aufmerksamkeit beigemessen.

Lange habe ich Ultima Online auf Rollenspiel Freeshards gespielt, ein frühes MMORPG in welchem es selbstverständlich männliche und weibliche Charaktere gab, man spielte schließlich seinen Avatar wie man ihn haben wollte. Bald gab es World Of Warcraft, selbstverständlich konnte man auch hier weibliche Charaktere erstellen (ja auch als Mann). War das ein Problem? Natürlich nicht, warum auch? Ist doch cool wenn jeder seinen Charakter so gestalten kann wie er will und stellen wir uns einmal das Absurde Szenario vor, es hätte bei WOW nur männliche Charaktere gegeben oder maximal weibliche NPCs. WOW ware wie UO ein Spiel wo man verhältnismäßig viele Frauen und Mädchen traf, bei Spielen wie Battlefield, Counterstrike ect. pp. War das doch eher selten der Fall. Nun will ich nicht sagen, dass man damals mehr Frauen in Counterstrike getroffen (Anmerkung: Lustige Doppeldeutigkeit, haha!) hätte, wenn es auch weibliche Models gegeben hätte. Aber anders betrachtet, hätte es bei WOW keine weiblichen Avatare gegeben, wäre dieses Spiel nicht so erfolgreich gewesen bei weiblichen Spielerinnen.

Viele Spieler und Spielerinnen identifizieren sich mit dem Charakter den sie spielen, die einen mehr, die anderen weniger. Manche mit mehr Abstand, andere sehr viel stärker. Dies will ich nicht weiter bewerten, nur festhalten das es das gibt (dies war sehr stark merkbar bei UO Rollenspielservern). Für uns Jungs gab es das immer im Übermaß, seit Jahrzehnten schon. Für Mädchen ist das sehr rar.

Erzieherisch befürchte ich, spielt dies aber für Mädchen noch eine viel größer Rolle als für Jungs. Jungs identifizieren sich meist nicht übermäßig Stark mit den Spielfiguren mit welchen sie spielen, sonst wäre die He-Man Generation vermutlich eine Generation von lauter Steroiden fressenden Muskelpaketen geworden. Wenn man sich nun mal aber diese ganze Diskussion um Barbie ins Gedächtnis ruft und wie problematische diese unrealistische Idealfigur für viele junge Mädchen ist, scheint das anders herum schwerwiegender zu sein (Anmerkung: Ganz klare Vermutung aus meinen Beobachtungen heraus! Soweit bin ich nicht im Thema!).

Davon jetzt mal ab, dass es meistens eh eher darum geht Profite zu maximieren. Hier dadurch, dass wenn man möglichst alle Geschlechter anspricht, einen größeren Kundenmarkt erhoffen kann . Ist dies ja eine Entwicklung die sich nicht nur in Computerspielen zeigt. Auch im Wrestling (WWE ehemals WWF) gibt es ja inzwischen Frauenwrestling – wobei zugegeben, dazu könnte man eine weitere Abhandlung zu schreiben und auch Themen wie Sexismus anreißen ect. pp. – generell aber ist es schon ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung was ich befürworte.

Durch weibliche Charaktere bricht sich jedenfalls Niemanden einen Zacken aus der Krone. Es bereichert größtenteils ein Spiel weil es eine Auswahlvielfalt schafft, die man nutzen kann – aber nicht nutzen muss. Es lässt höchstens ein bisschen das Kopfpatriarchat einiger Leute in ihren Computerspielen bröckeln.

Bei Spielen, welche den Anspruch haben historisch korrekt zu sein, wäre es natürlich kontraproduktiv da zwanghaft eine Geschlechterauswahl zu ermöglichen. Aber in spielen wo man einen Avatar spielt, gehört es für mich in der heutigen Zeit dazu und ich bin froh um diese Entwicklung.


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Die Bundeswehr auf der Gamescom

Als ich Heute erfuhr, dass die Bundeswehr auf der Gamescom vertreten war, wurde ich wirklich sauer. Nun bin ich nicht der Typ Mensch der einfach in den Raum stellt ich bin sauer, sondern ich mag auch den Leuten erklären warum, schließlich habe ich ja nicht eine ganz unwichtige Rolle innerhalb einer Gaming Community.

Vor kurzem war der Amoklauf in München, hier rüber brauche ich nicht viele Worte verlieren. Aber ich denke die meisten die dies lesen, wissen nur zu gut, wie die Politik seit dem wieder gegen Killerspiele hetzt. Die Bundeswehr ist für mich (im weiteren Sinne) ein politisches Organ, die Präsenz der Bundeswehr auf einer Computerspielemesse, ist für mich sehr politisch. Diese Doppelmoral finde ich unter anderem auch zum kotzen, vorne rum gegen Killerspiele hetzen, hinten rum versuchen diese Leute für die Bundeswehr zu begeistern.

Aber viel Wichtiger, für mich als Spieler ist da eine klare Grenze, es sind Computerspiele! Da sterben keine echten Menschen, ich werde weder zum Mörder noch zum Opfer. Es ist ein sehr geschützter Rahmen. Durch das spielen wurde mir eines sehr schnell klar – In einer echten Gefechtssituation, stirbt man sehr schnell und oft weiß man nicht mal woher die Schüsse kamen, egal wie vorsichtig man ist. Für mich ist Heute klar, ich möchte keinen Menschen töten müssen in meinem Leben. Damit musste ich mich noch auseinandersetzen, denn ich war noch Kriegsdienstverweigerer, das gibt es heute nicht mehr. Das wirkliche, richtige auseinandersetzen, kam aber eigentlich noch viel später, mit Mitte 20.

Bei Moondye7 haben wir sehr viele sehr junge Zuschauer, ich war auch sehr jung, als ich anfing „Killerspiele“ zu spielen und durch die Facebook Statistiken weiß ich, dass viele unserer Zuschauer in genau dem Alter sind. Damals war ich noch nicht so reflektiert, hatte noch nicht diese klaren Grenzen für mich wo Spiel anfängt oder aufhört und ja ich war durchaus zu begeistern mit Panzern, Gewehren und Co.

Genau das kotzt mich an. Der versuch schon so jung Leute einzulullen, es auszunutzen, dass da eben noch kein so reflektierter Umgang herrscht und der Umstand das töten noch ein Spiel ist für diese jungen Menschen. Hier sehe ich mich nun mal in der Position schützend zu handeln.

Für mich ist es sehr wichtig, dass ein Mensch der eine Waffe in die Hand nimmt im echten Leben sich damit auseinandergesetzt hat was es heißt im Zweifelsfall töten zu müssen und auch getötet zu werden, was das heißt für Familie, Freunde und Umfeld. Vielleicht stellt ihr euch einfach mal vor wie es für euch wäre, wenn eure kleinen Geschwister oder Eltern euch sagen würde, dass sie Dienst an der scharfen Waffe vollführen werden und vielleicht auch mal ein paar Monate in Krisenregionen müssen deswegen.

Ich weiß nicht ob meine Einwände für alle nachvollziehbar sind. Aber ich hoffe sehr, dass unsere Zuschauer, gerade die jüngeren, diesbezüglich sehr reflektiert sind und sich erst mal gründlich Gedanken machen und vielleicht auch was das heißt, dass die Bundeswehr auf einer Spielemesse war und ob das richtig ist, ob sie das selber wollen.


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Glück ist Vergänglichkeit

…oder auch der Kampf zwischen Emotion und Intellekt. Wenn man ehrlich reflektiert und auch ehrlich ist zu sich, dann ist einem eigentlich absolut klar, dass Vergänglichkeit ein Glück ist.

Das Leben wäre so trostlos und leer, wenn alles im Leben zu einer Selbstverständlichkeit verkommen würde. Wie sollten wir etwas wirklich wertschätzen können, wenn es nicht in seiner Einzigartigkeit von der Vergänglichkeit behaftet wäre? Erst genau diese Vergänglichkeit ist es, welches einen Moment, eine Sache, so unglaublich wertvoll macht und es diesem unfassbar großen wert verleiht.

Je mehr ich mir der all gegenwärtigen Vergänglichkeit bewusst werde und sie auch lebe, desto mehr kann ich die Dinge wertschätzen und dankbar für sie sein.

…Nachtgedanken halt. Man braucht nicht meiner Meinung sein, es ist mehr so für mich, dies mal niederzuschreiben. (o: