Sven Sinclair

Music, only music, but music…

Fallbeilmentalität

Ein Kommentar

Man sagt, ein Esel der auf eine Reise geht kommt nicht als Pferd zurück. Das trifft wohl auf mich wie auf jeden anderen Menschen auch zu und erstaunlich oft habe ich genau das in meinem Leben schon beobachtet wie Menschen doch stets die selben bleiben so sehr man auch meint sie hätten sich verändert.

Eine der Eigenschaften die mich wohl zu einem Esel machen ist meine Fallbeilmentalität. Es gibt unzählige Menschen zu denen ich Kontakt habe, viele davon mögen mich glaube ich und sicher gibt es auch genug Leute die mich nicht leiden können. Menschen die mir wirklich nahe sind gibt es jedoch nur sehr wenige. Manchmal beklagen sich einige Leute, dass ich mich so selten melde bei ihnen oder man mich so selten sieht. Aber so bin ich wohl, ein Einzelgänger der sich auf wenige Menschen konzentriert und auch nur wenig Kontakt zu ihnen hält und es ist unglaublich selten, dass ich einem Menschen auch nur ein kleines Stück weit nachrenne. In den letzten zwei Jahren waren es drei Menschen. Bei einem Menschen habe ich es übertrieben und bei zwei weiteren waren es nur kurze Hinweise, dass ich mich von ihnen entferne.

Wenn mich Menschen enttäuschen oder verletzen, greift bei mir üblicherweise das was ich Fallbeilmentalität nenne, ein harter Schnitt der irgendwie Alles in mir abschaltet den jeweiligen Menschen gegenüber. Wenn ich gehe, dann bin ich weg, dann ist eine Pforte verschlossen in mir und bleibt auch zu. Einen Fall gibt es wo ich mit mir diesbezüglich brach und dafür habe ich einen für mich unglaublich hohen preis bezahlen müssen. Letztendlich hat es mich aber wieder nur darin bestätigt, dass ein Mensch der dich einmal verletzt es auch stets ein zweites Mal tun wird (mindestens).

Ich scheine ein sehr sensibler Mensch zu sein und mich hat das Leben darum etwas sehr einfaches gelehrt „geh von solchen Menschen weg, sonst leidest du, sie geben nicht acht auf dich“. Nein ich bin nicht besser, ich mache auch meine Fehler, genug Fehler und auch dann gehe ich, bemühe mich vorher mit den Menschen zu reden und ziehe meine Konsequenzen aus meinem Versagen.

Der Blick in den Spiegel, in die eigenen Augen, auf mein Leben und Wirken ist vielleicht nicht frei von Flecken, doch wenigstens werden es sehr selten noch mehr dieser Flecken.

Hermann Hesse schrieb einmal einem damals jungen Mann als Antwort auf die Frage; was das wichtigste im Leben sei, etwas von Konfuzius: „Treue zu sich selbst und Güte zu anderen“. Der Begriff Güte beinhaltet vermutlich auch das Vergeben, einer der Punkte die mir wirklich schwer fallen weil mir sehr viele Erinnerung im Leben sehr präsent sind als wären sie gerade eben erst passiert und damit sind sie eine stete Begleitung im Leben. Ein wichtiger Grund warum ich einiges versuche zu vermeiden in meinem Leben.

Selber glaube ich nicht an Entschuldigungen, wir sollten stets so leben, dass wir kein Leid verursachen. Wunden die wir reißen sind da und Erinnerung wie auch Narben bleiben stets zurück. Eine Entschuldigung, sei sie auch noch so ernst gemeint, tilgt für mich nicht einen einzigen Moment des Leidens und bedeutet mir persönlich somit nichts.

Für mich habe ich lediglich geschafft, dass Dinge mich nicht mehr berühren und vielleicht zwar nicht wirklich gleichgültig werden, ich ihnen aber mit Gleichmut begegne, vielleicht ist dies ja auch eine Form von Vergebung. Irgendwo ist es das sicherlich auch, aber es ist denke ich nicht das, was die Mehrheit darunter versteht und vielleicht ist es auch nur ein Teil davon was Vergebung letztendlich ist.

Vermutlich rührt genau dort auch meine Fallbeilmentalität her und so ich dies auch erkennen kann, bin ich noch immer nicht in der Lage ein Pferd zu werden.

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Ein Kommentar zu “Fallbeilmentalität

  1. Jetzt kenne ich dich schon so lange und kein Bisschen gut. Das Bisschen machen eigentlich auch nur die von dir veröffentlichten Texte, Songs, Bilder und gepostete Meinungen aus. Und trotzdem ist es ein roter Faden, dass du immer wieder daran zu verzweifeln scheinst – oder wenigstens immer wieder darauf herumkaust – dass du Menschen ihre menschliche Fehlerhaftigkeit nicht wirklich restlos nachsehen kannst. Und nach sorgfältigem Lesen der hier von dir eingestellten Texte verstehe ich langsam auch, warum ich mir seit Jahren die Zähne daran ausbeiße, mich näher mit dir anzufreunden. *sigh*

    Ich wollte dir hier auch nur meine Meinung und eine Aussage da lassen. Erstens: Niemand ist je wirklich besser, es ist nur einfach jeder anders. Zweitens: Ich kann dich immer noch gut leiden und eines Tages werde ich mich mit dir mal eine Nacht lang unterhalten – da freue ich mich drauf. ^.^

    LG und nicht immer Ernst mit Schwer verwechseln! :)

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